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Hechtinferno

Dänemark, Sebtember 2009

Urlaubsbericht von Edinio!

Wie in jedem Jahr zur gleichen Zeit machte ich mich mit meiner Frau und meiner Kleinen auf den Weg in Richtung Norden. Ziel: Dänemark.  Das war nicht so weit und bei der Internetanalyse der Urlaubsregion war ich auf jeden Fall davon überzeugt, zwei gute Forellenteiche und ein paar nicht so uninteressante natürliche Gewässer gefunden zu haben.

Einige Ansitze am Forellenteich waren Anfangs von mäßigem Erfolg gekrönt. Trotz teilweise 5 Uhr aufstehen hatte ich nach 6 Ausflügen nur 12 Forellen im Frost liegen, das entsprach ganz und gar nicht den Erfolgen der letzten Jahre. Ich konnte machen was ich wollte, Fisch war in Massen da aber beißen war ein Fremdwort. Schleppen, Spinnen, Pose, Grund, nix da, nichts was wirklich überzeugt hat. Am Ende unserer ersten Woche kamen Florian und Bianka vorbei. Wir hatten tatsächlich 2 mal richtig Glück am Forellenteich, den Schwarm vor der Nase brachten diese zwei Ansitze mehr als die gesamte Vorwoche an Fisch. Aber nachdem die beiden wieder weg waren und ich zwei mal Schneider blieb musste etwas geschehen.

Also Familie ins Auto gepackt und freie Gewässer erkunden. Ich hatte ja zwei drei Anlaufstellen vorher aus dem Netz gesaugt. Am ersten See angekommen war ich beeindruckt von der Größe und der Ruhe aber die Struktur hat mir gar nicht gefallen, viel zu flach, verwachsene Ufer und auf den ersten Blick, nicht was auf Angler hinweist. Also Haken dran und weiter. Aber auf dem Weg sind wir tatsächlich einem Angler begegnet und der hatte gefangen. Ich sah einen stattlichen 80 cm Hecht und einem Kilobarsch in seinem Boot liegen. Fisch war da. Auch wenn mir scheinbar kein Boot zu Verfügung stand war ich heiß wie Frittenfett und wollte eigentlich direkt auspacken. Der Däne meinte aber das man für das Gewässer einen Schein beim Kaufmann erwerben muss also nix auspacken. Familienbeschluss war aber schnell gefunden, ab ins Ferienhaus, für die Mädels Strandsachen packen und Papa geht Spinnfischen. 1 Stunde später stand ich beim Kaufmann aber ohne deutschen Fischereischein gab es keinen Berechtigungsschein für den See. Der Hals konnte nicht mehr dicker werden aber das Fräulein ließ sich nicht überzeugen. Na gut, wir hatten nach 16 Uhr, bin ich mit meinen Mädels zum Strand und hab da nen schönen 65’er Hornhecht gefangen und war auch so happy.

Das ich am nächsten Morgen an dem See sein musste, dass war klar und ausnahmsweise hatte dann auch alles geklappt. Also Gummifisch dran, erster Wurf und ich dachte ich zieh über Steine oder eine Muschelbank. In einer Tour, tack, tack. Der zweite Wurf brachte dann auch schon den ersten Barsch an Land, nix dolles aber Fisch nach zwei Würfen. Ich denke dreißig Barsche in zwei Stunden sind nicht untertrieben, alle auf 9’er Gummis in hellen Farben. Aber nach dem ich 10 Gummis zerkaut bekommen hatte und die dunklen und alten Modelle nur vereinzelt Bisse brachten habe ich auf Spinner umgerüstet. Und das war der Knaller. Ich kann behaupten, dass wirklich jeder Wurf einen Biss mit sich brachte und spätestens nach jedem zweiten Wurf ein Barsch saß. Alles von einer Stelle aus, das Ufer immer im 180 Grad Bogen abgefischt. Aber nur Barsche, nix anderes. Nachdem ich geschätzt 350 Barsche bis Nachmittags gefangen hatte, musste ich es doch irgendwie machbar sein auch etwas anderes an die Leine zu bekommen. Aber auch Barsche strengen an, also gings nach Hause zur Familie. Deftiges Essen und ein Bierchen brachten mich wieder auf Vordermann und es kribbelte in allen Fingern. Also wieder los und diesmal Strecke machen. Superentscheidung. Ich wurde mit ein paar wirklich dicken Barschen und gesamt acht Hechten belohnt. Nicht den Brummer dabei aber geschätzt war der längste 70 cm. Irgendwann wurde es leider dunkel, also einpacken und nach Hause. Das positive daran war, dass der Schein auf 09.00 Uhr ausgestellt war also konnte ich den nächsten Morgen noch 3 Stunden abreißen.

4 Uhr und noch etwas auf der Uhr, ich  konnte nicht mehr pennen, also raus und auf ans Wasser. Bis eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang ging nix aber dann krachte es fast minütlich. Wunderschöne Barsche, eine Meerforelle und wieder 8 Hechte konnte ich auf die Schuppen legen. Die Meerforelle hatte gemessene 56cm, also auch kein schlechtes Fischchen. Leider verlor ich bei dieser Session den bis dahin erfolgreichsten Spinner. Also auf nach Flensburg zum Fishermans Partner und Köder kaufen. Die kannten mich ja schon. Auf der Urlaubsanreise habe ich mich in dem Shop eingedeckt und zwischendurch musste es noch ne neue Spinnrute sein, weil die alte Rute leider den Geist aufgegeben hat. Ich muss den Laden erwähnen, weil der Shop einfach gut sortiert ist und mindestens ein Verkäufer nicht nur Kasse machen will, sondern einfach super berät. Nach allen “normalen“ Ködern, musste es noch nen weisser schlanker Jerk sein. Für “bloß“ 18 Euro.

Aber das Ding stellte sich als Wunderköder heraus. Beim nächsten Angeltag war meine Frau dabei und hat per Video den Ertrag des ersten Wurfes festgehalten. Erster Wurf, Hecht und das mit diesem 18 Euro-Köder. Es war ein toller Tag. Es ging wieder eine Meerforelle ins Netz, bestimmt wieder 100 Barsche und diesmal waren es für mich 18 Hechte. Aber auch meine Frau hat an diesem Tag das ein oder andere Mal die Rute in die Hand genommen und fing ebenfalls 5 Hecht. Rekord von diesem Tag waren 82 cm. Trotz der Unterstützung meiner Frau schmerzte mir nach diesem Tag die Hand so stark das ich erstmal ein paar Tage Pause brauchte, denn einige Anschläge kamen so nicht richtig durch und ich verlor am Ende dieses Tages schon eine Menge Fische beim Anschlag, weil ich den einfach nicht mehr mit aller Kraft durchbringen konnte. Also drei Tage Pause…

Ich nehme es vorweg, der dritte Erlaubnisschein war der Höhepunkt. Ich fing mit dieser 24 Stunden Karte 28 Hechte, 2 Mefos und mal wieder ne halbe Tonne Barsche. Gegen halb sechs kam ein ganz harter Schlag in die Rute und nach 1 Minute war ich mir eigentlich sicher meinen Meterhecht in kurzer Zeit zu landen. Aber da hätte auch kein strecken geholfen. Dieser Hecht brachte es zwar auf 94 cm aber eben mal wieder kein Metertier. Der Drill des Fisches war spätestens auch wieder der Anfang einer schmerzenden Hand. Auch zwei Wochen später bin ich diese Schmerzen noch nicht los, kann dran liegen, dass ich auch mit diesen Schmerzen einen Tag vor Abfahrt in die Heimat noch einmal probiert habe meinen Meter zu fangen. Natürlich gab es auch an diesem Tag reichlich Fisch, den größten des Tages hat meine Frau besiegt, stattlich 88 cm konnten sich sehen lassen. Ich hatte letztendlich 73 Hechte, vielleicht 10 mal so viel Barsche und 6 Meerforellen auf die Schuppen gelegt. Meine Frau stand am Ende bei 11 Hechten und einigen Barschen.

Es waren vier mal wunderschöne 24 Stunden, die man vielleicht nur einmal im Leben erlebt. Aber eins steht fest, da geht es noch mal hin. Erst recht seit ich weiss, dass man sogar Boote mieten kann.

Petri vom Edinio!