Jerktime Im Norden
Dänemark, Mai 2010
…..mindestens 80 Hechte und Barsche in einer Menge, die man kaum noch nachvollziehen kann. So oder so ähnlich hatte Rolf seinen Geheimtipp, einen versteckten See in Dänemark,( siehe Hechtinferno) beschrieben. Also war es klar wo es diesen Mai zum Auftakt der Hechtsaison hingehen sollte.
Donnerstag um 4:30 Uhr ging es los. Mit dabei Zanderspezialist Robert, Rolf als Guide und meine Wenigkeit, der der ganzen Aktion immer noch etwas skeptisch gegenüber stand. 6,5 Stunden später standen wir beim hiesigen Einzelhändler eines kleinen dänischen Dorfs, um uns die Erlaubnisscheine für dieses Ausnahmegewässer zu beschaffen. Kaum am See angekommen und keine drei Würfe später, drillte Rolf schon seinen ersten Fisch. Zur unserer Freude umschloss der Kescher nach kurzen aber hartem Drill eine schöne Meerforelle. Also ein Auftakt nach Maß.

Nach weiteren zwei Stunden und dem Gebrauch unseres gesamten Kunstködervorrats stellten wir ernüchtert fest, dass diese wunderschön gezeichnete Meerforelle wohl der einzige Fisch dieses Sees war. Nach weiteren 30 min erbarmte sich dein ein Hechtlein von ca. 45 cm und nahm meinen Blinker….immerhin es gab also Fisch.

Als kurz darauf noch ein Barsch sowie ein wirklich guter Hecht von 76 cm den bereits erwähnten Köder nahmen, war der Tag zumindest ansatzweise gerettet.

Die abendliche Krisenbesprechung führte dazu, dass am nächsten Morgen ein Boot gemietet wurde. Das war, wie sich herausstellte, eine sehr gute Entscheidung. Im Laufe des Tages konnte wir 14 Hechte bis 95 cm erbeuten. Am Anfang fischten wir hauptsächlich Gummifische und erhielten teils spektakuläre Bisse. Allerdings war die Fehlbissquote extrem hoch. Erst las Rolf seinen Jerk unermüdlich über die Krautfelder zupfte und nach kurzer Zeit 4 wirklich gute Hechte fangen konnte, wurde uns klar das Hardbaits wohl die bessere Wahl waren. Sein Salmo Slider sah nach diesem Tag aus wie ein Stück Treibgut, das mehrer Monate durch die Meere dieser Welt getrieben war. Also Jerks…..oder wie Robert sie liebevoll nennt: Järks!!!!

Was soll ich sagen…der nächste Tag war phänomenal! 25 Hechte, davon 24 auf Jerks. Wir fingen beinahe alle Fische in einer Wassertiefe von 2,5 m. Wäre das Wetter an diesem Tag nicht so widrig gewesen…wir hätten noch mehr fangen können. Aber Windstärke 4 und das in einer Nussschale, mit der man am besten nur bei Windstille und Sonnenschein hinaus fährt, verhinderten Massenfänge. Was soll ich sagen. Rolf hatte uns nicht zuviel versprochen.

Agile Hechte, die teilweise die Köder von der Oberfläche oder kurz vorm Boot nahmen und uns kampstarke Drills lieferten machen diesen Trip unvergesslich. Alle Fische wurden zudem wieder schonend zurückgesetzt.

Wir wünschen euch alle eine erfolgreiche Raubfischsaison!




